Fragen und Antworten

Ist die Hormonspirale ein zuverlässiges Verhütungsmittel?

Ja! Die Hormonspirale gehört zu den zuverlässigsten Verhütungsmethoden: sowohl bei der perfekten Anwendung wie auch bei der typischen Anwendung werden nur 0,2% der Frauen, die die Hormonspirale anwenden, pro Jahr schwanger.

Was bedeutet: lokale empfängnisverhütende Wirkung?

Die Hormonspirale gibt das Hormon vorwiegend dort ab, wo es wirken soll: in der Gebärmutter. Bei anderen hormonellen Verhütungsmitteln müssen die Hormone zunächst ihren Weg durch den Blutkreislauf und durch Ihren Körper nehmen, bevor sie wirksam werden; die Hormondosis muss demzufolge wesentlich höher als bei der Hormonspirale sein. Die Hormonspirale entfaltet ihre Wirkung schon mit einer sehr geringen Hormonmenge, dass Ihr natürlicher Zyklus kaum beeinflusst wird und der Eisprung bei den meisten Frauen weiterhin stattfindet.

Wie lange schützt die Hormonspirale vor einer Schwangerschaft?

Die Hormonspirale bietet fünf Jahre zuverlässigen Schutz vor einer Schwangerschaft – es sei denn, Sie haben in der Zwischenzeit einen Kinderwunsch und lassen sich die Hormonspirale entfernen. Die Hormonspirale muss immer von einer Ärztin/einem Arzt entfernt werden.

Wie wird die Hormonspirale eingelegt?

Der Gynäkologe/Die Gynäkologin setzt die Hormonspirale mit Hilfe eines speziellen dünnen Einführungsröhrchens durch die Scheide in die Gebärmutter ein. Sobald Ihre Ärztin/Ihr Arzt das Einführungsröhrchen herauszieht, „entfalten” sich die Ärmchen der Hormonspirale, wodurch sie sicher in der Gebärmutter liegt. Danach werden die Rückholfäden auf die richtige Länge gekürzt.

Ist das Einlegen schmerzhaft?

Es kann beim Einlegen zu einem leichten Ziehen kommen, wie Sie es etwa von der Menstruation her kennen. Wenn Sie schmerzempfindlich sind, können Sie Ihre Gynäkologin/Ihren Gynäkologen bitten, eine lokale Betäubung vorzunehmen oder ein vorbeugendes Schmerzmittel zu geben. Unmittelbar nach dem Einlegen können eventuell menstruationsähnliche Beschwerden auftreten.

Was ist, wenn man sich ein Kind wünscht? Kann man einfach mit der Hormonspirale aufhören?

Ja, jederzeit. Gehen Sie einfach zu Ihrer Gynäkologin/Ihrem Gynäkologen und lassen Sie sich die Hormonspirale entfernen. Sie können bereits beim nächsten Eisprung schwanger werden – also gleich im ersten Monat ohne Hormonspirale.

Kann man die Hormonspirale nach der Geburt eines Kindes und/oder in der Stillzeit verwenden?

Ja. Die Hormonspirale kann nach der Geburt eines Kindes eingelegt werden, sobald sich die Gebärmutter wieder vollständig zurückgebildet hat, was normalerweise sechs bis acht Wochen nach der Geburt der Fall ist. Die Hormonspirale hat keine Wirkung auf Qualität und Menge der Muttermilch, Sie können also unbedenklich stillen und brauchen sich um die Entwicklung Ihres Kindes nicht zu sorgen. Sie genießen den vollen Empfängnisschutz vor einer weiteren, unerwünschten Schwangerschaft gleich nach der Geburt.

Können Frauen, die noch kein Kind bekommen haben, die Hormonspirale verwenden?

Sobald die Gebärmutter eine bestimmte Größe erreicht hat, was normalerweise schon nach der Pubertät der Fall ist – kann die Hormonspirale eingelegt werden. Es gibt viele junge Frauen, die die Hormonspirale anwenden, weil für sie aus unterschiedlichen Gründen andere Methoden nicht in Frage kommen. Fragen Sie am besten Ihre Gynäkologin/Ihren Gynäkologen, ob die Hormonspirale für Sie als Verhütungsmethode geeignet ist.

Wie kann man auf die Empfängnisverhütung mit der Hormonspirale umsteigen?

Sie können von anderen Verhütungsmethoden auf Wunsch jederzeit zur Hormonspirale wechseln. Ihre Gynäkologin/Ihr Gynäkologe kann Sie darüber eingehend beraten. Am einfachsten ist es, wenn Sie bis zu Ihrer nächsten Menstruationsblutung warten; innerhalb der Blutung kann sie leichter eingelegt werden und Sie sind sofort zuverlässig geschützt.

Wie oft muss die Lage der Hormonspirale kontrolliert werden?

Die richtige Lage der Hormonspirale sollte gleich nach dem Einlegen, nach der ersten Monatsblutung und dann alle sechs bis zwölf Monate kontrolliert werden. Das wäre also zeitgleich mit Ihren regelmäßigen gynäkologischen Kontrolluntersuchungen!

Ist die Hormonspirale zu spüren?

Nein. Die Hormonspirale wird nach dem Einlegen nicht gespürt. Sie ist so weich und flexibel, dass man sie auch bei intensiver sportlicher Betätigung oder beim Sex nicht spürt. Die Rückholfäden zur späteren Entfernung der Hormonspirale werden von Ihrer Gynäkologin/Ihrem Gynäkologen passend gekürzt. Eine korrekt eingelegte Hormonspirale stört also weder bei Ihren normalen täglichen Aktivitäten noch beim Sex. Das Gleiche gilt für Ihren Partner: er empfindet die Fäden beim Sex nicht als störend. Sollten Sie dennoch als störend empfunden werden, wenden Sie sich bitte an Ihre Ärztin/Ihren Arzt.

Ist es möglich, dass eine Hormonspirale verloren geht?

Im Normalfall liegt die Hormonspirale gut geschützt in der Gebärmutter, - ein wenig vergleichbar mit etwas, was Sie in einer geschlossenen Faust halten. Das Risiko, dass eine Hormonspirale verrutscht, ist sehr gering, kann aber im Einzelfall nicht völlig ausgeschlossen werden. Auch unter extremen Bedingungen, wie beispielsweise beim Leistungssport bleibt die Hormonspirale normalerweise sicher in ihrer Position. Um etwaige Probleme auszuschließen und die korrekte Lage der Hormonspirale zu überprüfen, empfehlen wir regelmäßige Kontrolluntersuchungen bei Ihrer Gynäkologin/Ihrem Gynäkologen.

Meine Blutungen bleiben aus. Bin ich schwanger?

Wenn Sie eine Hormonspirale anwenden und die Blutungen ausbleiben, ist dies kein Grund zur Besorgnis. Die Hormonspirale schützt vor einer Schwangerschaft so zuverlässig wie eine Sterilisation. Sollten Sie Schwangerschaftsanzeichen wie Brustspannen oder Übelkeit haben, suchen Sie in jedem Fall vorsichtshalber Ihre Gynäkologin/Ihren Gynäkologen zur Abklärung auf. Generell werden die Blutungen schwächer und kürzer, weil die Hormonspirale den Aufbau der Gebärmutterschleimhaut reduziert. Etwa 20% aller Frauen, die eine Hormonspirale anwenden, haben nach einem Jahr keine Monatsblutungen mehr. Sobald Ihre Hormonspirale entfernt worden ist, hat dies aber keinen Einfluss auf eine spätere Schwangerschaft.

Weitere Informationen können Sie unter folgendem Link erhalten: Sind Monatsblutungen überhaupt notwendig?

Ist es medizinisch bedenklich, keine Blutungen zu haben?

Nein, wenn Sie keine Blutungen haben, beinhaltet das weder Nachteile noch Risiken. Ganz im Gegenteil: sicherlich werden Sie sich daran gewöhnen müssen, keine Monatsblutungen mehr zu haben – die meisten Frauen vermissen sie nicht. Und außerdem stellen sich die Monatsblutungen wieder ein, sobald die Hormonspirale entfernt worden ist. Sie können theoretisch gleich nach der Entfernung Ihrer Hormonspirale schwanger werden.

Weitere Informationen können Sie unter folgendem Link erhalten: Sind Monatsblutungen überhaupt notwendig?

Können mit der Hormonspirale irreguläre Blutungen/Zwischenblutungen auftreten?

Ja. Direkt nach der Einlage einer Hormonspirale sind irreguläre Blutungen und/oder Zwischenblutungen völlig normal und kein Grund zur Beunruhigung. Die irregulären Blutungen können bis zu drei – und in Einzelfällen auch bis zu sechs Monate lang nach dem Einlegen anhalten. Der Körper braucht einfach ein wenig Zeit, um sich auf die neue Situation einzustellen. Sobald sich die Gebärmutter an die Hormonspirale gewöhnt hat, werden Sie feststellen, dass Ihre Monatsblutungen schwächer, kürzer und weniger schmerzhaft sind.

Kann es unter der Hormonspirale zu Stimmungsschwankungen kommen?

Die Hormonspirale wirkt vorwiegend lokal, also direkt in der Gebärmutter. Ihr Zyklus – mit all seinen hormonellen Schwankungen – bleibt erhalten. Symptome wie depressive Verstimmung, Stimmungsschwankungen und andere Gefühlsausbrüche können insbesondere auftreten, wenn Sie von einer Kombinationspille – die diesen Symptomen entgegenwirkt - auf die Hormonspirale gewechselt haben. In manchen Fällen können aber veränderte Lebenssituationen ebenfalls einen Einfluss auf die Psyche nehmen – Faktoren wie Stress und Lebenskrisen spielen eine bedeutende Rolle für das persönliche Wohlbefinden. Selten kann es auch durch das Hormon selber zu Stimmungsschwankungen, die meist mit der Zeit abnehmen, kommen. Depressive Verstimmung ist eine häufige mögliche Nebenwirkung der Hormonspirale. Sprechen Sie in jedem Fall mit Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt darüber.

Ist das Risiko für Infektionen unter der Hormonspirale höher?

Nein, im Gegenteil: Es wird vermutet, dass die Hormonspirale einen gewissen Schutz vor Infektionen bietet. Eine Wirkung der Hormonspirale ist die Verdickung des Zervikalschleims, d.h. die Bildung eines Schleimpfropfs, der den Gebärmutterhals nicht nur für Spermien sondern auch für Infektionserreger undurchlässig macht!

Können unter der Hormonspirale Hautunreinheiten auftreten?

Die Hormonspirale wirkt vorwiegend lokal, also direkt in der Gebärmutter. Sie hat nur selten Einfluss auf die Haut. Ihr Zyklus – und damit auch die hormonellen Schwankungen – bleiben erhalten. Wenn Sie bereits vor der Einlage Ihrer Hormonspirale Hautprobleme hatten, müssen Sie wahrscheinlich auch unter der Hormonspirale damit rechnen. Akne ist als eine häufige mögliche Nebenwirkung der Hormonspirale beschrieben. Wenn Sie von einer Kombinationspille, die positiv auf Akne wirkt, zur Hormonspirale wechseln, empfehlen wir Ihnen, die Situation mit Ihrer Gynäkologin/Ihrem Gynäkologen zu besprechen.

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