Lustvolle Tage und andere

Liebe, Lust und Leidenschaft? Oder sexuelles Desinteresse? Wenn sie keine Lust hat, sollte er nicht gleich an sich und ihrer Liebe zweifeln. Das weibliche Geschlechtsleben ist hormonell gesteuert und kann sich innerhalb eines Monats genauso ändern wie in den unterschiedlichen Lebensphasen. Typisch weiblich eben.

Die Libido - ein Hormoncocktail

Kribbeln auf der Haut, Schmetterlinge im Bauch, wie zwei Magnete fühlen sie sich zueinander hingezogen. In der verliebten Phase kommt es zu einem hormonellen Feuerwerk. Bei vielen Frauen lässt allein die Vorstellung vom Partner den Östrogenspiegel rasant steigen. Östrogen ist bei Frauen das Sexualhormon Nummer eins: Es macht berührungs- und geruchsempfindlicher. Das heißt: Bereits sein Körpergeruch macht jetzt Lust auf mehr. Auf jeden Fall in der Phase rund um den Eisprung. Reduziert ist das Verlangen nach Sex meist hormonell bedingt nur in den Tagen vor den Tagen.

Östrogen – fördert die körperliche Bereitschaft

Dieses Sexualhormon wird in den Eierstöcken gebildet, während der Schwangerschaft auch in der Gebärmutter. Östrogen bewirkt bei jungen Mädchen die Geschlechtsreife, sorgt für die Entwicklung der typisch weiblichen äußeren Merkmale, also der Brust, der Figur und der Geschlechtsorgane. Bei der befruchtungsfähigen Frau ist Östrogen hauptverantwortlich für den monatlichen Verlauf des Zyklus, um eine Schwangerschaft zu ermöglichen. Gleichzeitig wird die Gebärmutter durch den Aufbau der Schleimhaut auf eine befruchtete Eizelle vorbereitet. Und so ganz nebenbei sorgt ein ausgewogener Östrogen-Spiegel im Körper der Frau für eine ausgeglichene Psyche, Selbstbewusstsein, Leistungsfähigkeit, Freude am Sexualleben und eine widerstandsfähige Gesundheit.

Zwar heißt es nicht automatisch, wenn die Östrogenbilanz stimmt, dass dann auch das Sexualleben aufregend und befriedigend ist. Für Lust, Zärtlichkeit, Liebe und Orgasmusfähigkeit sind noch andere Botenstoffe zuständig, dennoch: Ohne Östrogen läuft im Bett gar nichts, denn das Hormon schafft erst die Voraussetzungen für die körperliche Liebe. Es ist vor allem das Östriol, das für eine gute Durchblutung im Scheiden- und Beckenbereich sorgt, das Zellen, Schleimhäute und das umgebende Stützgewebe aufbaut. Dehnbarkeit und Feuchtigkeit der Scheide werden durch Östrogene beeinflusst. Solange der Hormonspiegel stimmt, bleibt normalerweise auch das Scheidengewebe jung und funktionsfähig.

Androgene – wecken die Leidenschaft

Von erheblicher Bedeutung für ein lustvolles Sexualleben sind auch die Androgene (männliche Hormone). Die männlichen Gegenspieler des Östrogens sorgen nicht nur beim Mann dafür, dass es im Bett funktioniert. Heute geht man davon aus, dass besonders Testosteron bei der Frau den Appetit auf Sex ankurbelt. Wird zu wenig von diesem Luststoff produziert, kommt es oft zu besagtem Lustmangel.

Oxytocin – der Stoff aus dem die Liebe ist

Wenn der Lustmangel auf die körperliche Vereinigung abnimmt, kann auch Zärtlichkeit gefragt sein! Streicheln, küssen, umarmen, Fuß- und Rückenmassagen entspannen und lenken die Gedanken auf erotische Begebenheiten. Die Sehnsucht nach menschlicher Wärme wird hormonell geregelt. Der Stoff, der hier seine Hand im Spiel hat, heißt Oxytocin. Dieses Hormon, das eigentlich ein aus neun Aminosäuren zusammengesetzter Eiweißstoff ist und von der Hirnanhangdrüse in den Blutkreislauf geschickt wird, weckt liebevolle Gefühle.

Lustmangel = Hormonschwankung

Libidomangel tritt besonders während hormoneller Veränderungen auf: Schwangerschaft, Stillzeit, Wechsel. So leiden zum Beispiel 80 bis 90 Prozent aller Frauen in den ersten Monaten nach der Geburt an sexueller Lustlosigkeit, erfuhr kürzlich eine deutsche Frauenzeitschrift bei einer Umfrage. Den Österreicherinnen geht es nicht anders. Neben psychologischen Ursachen, die mit dem Geburtserlebnis in Zusammenhang stehen, und Kraftmangel aufgrund der neuen Situation, ist die Hormonumstellung schuld am Frust im Bett.

So kurbeln Sie die Hormonproduktion an

  • Ausgewogen und abwechslungsreich essen
  • Fettarm essen, tierische Fette meiden
  • Zucker und Weißmehlprodukte einschränken
  • Viel frisches Gemüse und Obst essen, lieber Rohkost als gekochtes Gemüse
  • Konserven meiden
  • Zweimal pro Woche Fisch auf den Tisch bringen
  • Alkohol in Maßen
  • Rauchen aufgeben
  • Viel Bewegung an frischer Luft
  • Einmal täglich richtig Schwitzen

Der weibliche Lustzyklus

1. - 7. Tag

Das Immunsystem ist in der Zeit der Menstruation geschwächt. Sie fühlen sich müde und schlapp. Da sich der pH-Wert der Vagina-Schleimhaut verändert und Krankheitserreger möglicherweise leichter in den Körper gelangen können, kann sexueller Verkehr ein erhöhtes Risiko für Pilzinfektionen mit sich bringen.

8. - 12. Tag

Mitte des Zyklus: Der Östrogenspiegel steigt, somit oft auch Ihre Stimmung. Sie fühlen sich normalerweise wohl und attraktiv, Ihre Haut strahlt, Ihre Haare glänzen und Ihr Appetit auf sexuelle Kontakte nimmt langsam zu. Nur bei wenigen Frauen bewirkt der Östrogenanstieg das Gegenteil: ihre Stimmung verschlechtert sich.

12. - 14. Tag

Die Zeit kurz vor dem Eisprung: Die Herren der Schöpfung bemerken Ihre besondere Ausstrahlung und Sie spüren Ihre Veränderung auch. Besonders an Ihrer Reaktion auf männliche Duftstoffe. Sie haben oft jetzt mehr Lust auf Sex, denn die Chance, dass die Eizelle befruchtet wird, ist jetzt am höchsten. Forschungen haben ergeben, dass die meisten Frauen in der Zeit, wenn ihre Empfängnisfähigkeit am größten war, vermehrt eifersüchtiges Verhalten zeigen.

15. - 21. Tag

Kurz nach dem Eisprung: Noch immer ist Ihr Appetit auf Sex erhöht. Und auch kulinarischen Genüssen können Sie kaum widerstehen. Der Grund: Ihr Körper sammelt vermehrt Energiereserven, um auf eine eventuelle Schwangerschaft optimal vorbereitet zu sein.

22. - 28. Tag

Prämenstruelle Phase: Himmelhochjauchzend, zu Tode betrübt? Brustspannen? Pickel und fettiges Haar? Keine Lust auf Sex? Das PMS (Prämenstruelle Syndrom) lässt grüßen. Unterstützen können Produkte aus dem Reich der Biene (Gelée royale, Blütenpollenextrakte), Vitamin E und Bewegung an der frischen Luft

 

Weitere Informationen finden Sie unter www.pms-sos.at. Bei ausgeprägten PMS Symptomen sollten Sie mit Ihrer Gynäkologin/Ihrem Gynäkologen sprechen.

Zuverlässige Verhütung

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