Jede zweite Frau hat Probleme beim Sex! Das ist das Ergebnis einer Studie mit 16.000 Testpersonen. Auch ein Großteil der Männer ist unzufrieden: 39 Prozent klagen über sexuelle Schwierigkeiten.1
Schmerzen beim Verkehr, Müdigkeit, Stress, Nicht-abschalten-Können, Orgasmusprobleme, Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper und häufig auch wiederkehrende Scheideninfektionen. Stress und Zeitdruck bewirken, dass auch für das Liebesspiel die notwendige Vorbereitungszeit fehlt. Das verzeiht das Lustzentrum nur ungern. Die fehlende Zeit sexuell erregt zu werden, kann zur Irritation der Scheidenflora führen: ist die Frau nicht hinreichend auf den Geschlechtsverkehr vorbereitet, füllen sich die Schwellkörper nicht an, die Scheide wird zu wenig feucht und hat keinen Schutzfilm.
Männer leiden meist unter Ejakulations- und Erektionsstörung. Der vorzeitige Samenerguss, einer der größten Sexualprobleme ändert sich nicht mit dem Alter, im Gegensatz zur Erektionsstörung. Starker Alkoholkonsum, starkes Rauchen, blutdrucksenkende Medikamente und erhöhte Blutfettwerte sind einige der körperlichen Störfaktoren, die die Erregung des Mannes beeinflussen. Als Folge davon kann es zu einem eingeschränkten Gefühlsvermögen kommen. Die Erregung wird dann oft nur in der Penisspitze wahrgenommen, der sexuelle Akt wird weniger gefühlt. Psychisch ist der Mann schnell in einem Teufelskreis. Klappt es ein, zwei Mal im Bett nicht, geht er bei den folgenden Malen mit einem mulmigen Gefühl an die Sache heran. Versagensängste erzeugen Sexualprobleme.
Die Zutaten zu einem erfüllten Sexualleben sind: ein körperliches, soziales und psychisches Gleichgewicht in sich selbst und auch in der Beziehung mit dem Partner. Ein Erleben der Sexualität als Tabu in der Kindheit, macht es schwierig, selbst einen natürlichen Zugang zum Geschlechtsverkehr zu finden. Auch Versagensängste im Bett können sich einstellen, zumal der Erfolgsdruck auch schon dort Einzug gefunden hat. Sexualtherapie kann hier helfen. Psychische Probleme werden unter professioneller Anleitung aufgearbeitet und gelöst. Körperliche Ursachen sollten beim Frauenarzt oder Urologen geklärt und entsprechend behandelt werden.
1Uwe Hartmann et al., Global Study of Sexual Attitudes and Behaviors 2002