Ist die Hormonspirale zuverlässig?

Die Hormonspirale wurde in den 70er Jahren entwickelt und 1990 in Finnland auf den Markt gebracht. Heute wird sie weltweit in über 122 Ländern angewendet und gilt in medizinischen Fachkreisen als zuverlässige Methode für eine langfristige, effektive Schwangerschaftsverhütung für Frauen.

Etwa 17,8 Millionen Frauen haben bereits Erfahrungen mit der Hormonspirale gemacht. Einige haben sich seit dem Einlegen ihrer ersten Hormonspirale bereits für die zweite, dritte oder vierte Hormonspirale entschieden.

Dennoch stellen Sie sich vielleicht folgende Fragen:

  • Wie wird eine Hormonspirale eingelegt?
  • Hat eine Hormonspirale Nebenwirkungen?

Wie wird eine Hormonspirale eingelegt?

Zunächst wird Ihre Gynäkologin/Ihr Gynäkologe Sie ausführlich beraten und alle möglichen Fragen klären. Dann folgt die eingehende gynäkologische Untersuchung, um sicherzustellen, dass keine medizinischen Gründe gegen diese Verhütungsmethode sprechen.

Während der ausklingenden Menstruation, wenn der Gebärmuttermund ohnehin leicht geöffnet ist, wird die Hormonspirale mit Hilfe eines dünnen Einführungsröhrchens durch den Muttermund und Gebärmutterhals in die Gebärmutterhöhle eingeführt. Beim Herausziehen des Einführungsröhrchens entfalten sich die Ärmchen und geben der Spirale so einen sicheren Halt.

Hat eine Hormonspirale Nebenwirkungen?

Die Hormonspirale wird von den meisten Frauen sehr gut vertragen.

Sie sollten sich jedoch darauf einstellen, dass Ihre Monatsblutungen in den ersten drei bis sechs Monaten nach dem Einlegen der Hormonspirale möglicherweise länger anhalten und unregelmäßiger sind als normalerweise, und dass auch Zwischenblutungen auftreten können. Das sind Zeichen, dass sich Ihr Körper auf die Spirale und die Wirkung des Hormons einstellt, und normalerweise kein Grund zur Beunruhigung, dass etwas mit Ihrem Körper oder der Hormonspirale nicht in Ordnung sei. Nach dieser anfänglichen Anpassungsphase können Ihre Menstruationen kürzer, schwächer und weniger schmerzhaft werden. Bei einigen Frauen bleiben die Monatsblutungen sogar völlig aus.

Gleichwohl ist die Hormonspirale ein hormonales Verhütungsmittel und kann als solches auch Begleiterscheinungen hervorrufen.

Die meisten Begleiterscheinungen klingen nach den ersten Anwendungsmonaten ab.

Folgende Nebenwirkungen sind möglich:

Sehr häufig (bei über 10% der Anwenderinnen) treten unerwünschte Begleiterscheinungen wie häufige Blutungen inklusive Zwischenblutungen, vergrößerte Eibläschen (Follikel) in den Eierstöcken auf und es kann die monatliche Blutung ganz ausbleiben, was aber die meisten Anwenderinnen als positiv bewerten.

System Organklasse Häufig
(≥1/100)
Gelegentlich
(≥1/1,000, <1/100)
Selten
(<1/1,000)
Psychische Störungen
Depressive Stimmungen
Nervosität
Abnahme der Libido
Stimmungsschwankung
Erkrankungen des Nervensystems
Kopfschmerzen
Migräne
Erkrankungen des Magen- Darmtraktes
Bauchschmerzen
Übelkeit
abdominale Blähungen
Erkrankungen der Haut und des Unter-hautzellgewebes
Akne

Haarausfall

Hirsutismus (vermehrte Körperbehaarung)

Pruritus (Juckreiz)

Ekzeme (bestimmte Form von Hautausschlägen)
Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen
Rückenschmerzen
Erkrankungen der Geschlechtsorgane und der Brustdrüse

Schmerzen im Becken

Dysmenorrhoe (schmerzhafte Regelblutungen)

Scheidenausfluss

Vulvovaginitis (Entzündungen der Scheidenschleimhaut und der äußeren Schamlippen)

Brustspannen

Brustschmerzen

Ausstoßung der Hormonspirale

Entzündungen im Beckenbereich

Endometritis (Entzündung der Schleimhaut der Gebärmutter)

Zervizitis (Entzündung der Schleimhaut des Gebärmutterhalses)

Papanicolaou-Abstrich normal, Klasse II
Uterusperforation (Durchstoßen der Gebärmutter)
Allgemeine Beschwerden und Erkrankungen am Applikationsort
Ödeme (Wassereinlagerungen im Gewebe)
Untersuchungen Gewichtszunahme    

Wenn Sie sich Sorgen über Veränderungen in Ihrem Körper machen oder die Beschwerden nicht abklingen, die Sie seit dem Einlegen einer Hormonspirale festgestellt haben (menstruelle Beschwerden oder sonstige Begleiterscheinungen), sollten Sie darüber schnellstmöglich mit Ihrer Gynäkologin/Ihrem Gynäkologen reden.