Die Sterilisation

Sterilisation: Eine nicht rückgängig zu machende Methode nur für ältere Frauen und Männer

Immer wieder überlegen Paare, die sich keine Kinder mehr wünschen, ob sie sich für die endgültige Lösung der Empfängnisregelung, die operative Unfruchtbarmachung, entscheiden sollten. Von allen Verhütungsmethoden verlangt diese von beiden Partnern eine wirklich reife Entscheidung. Man muss davon ausgehen, dass eine Sterilisation weder beim Mann noch bei der Frau meist nicht wieder rückgängig zu machen ist. Eine Frau sollte daher ihren Kinderwunsch mit sich abgeschlossen haben. Auch ein Mann muss natürlich sicher sein, nicht mehr Vater eigener Kinder werden zu wollen.

Gibt es gesetzliche Regelungen für die Sterilisation?

Viele meinen, die Sterilisation sei bei uns verboten, aber das stimmt nicht. Sie ist – wie jede andere Operation – nur dann verboten, wenn der Patient seine Zustimmung nicht gibt. Viele Frauenkliniken nehmen eine Sterilisation bei einer Frau mit Kindern nicht vor dem 30. Lebensjahr und bei Frauen ohne Kinder nicht vor dem 35. Lebensjahr vor. Bei medizinischen Gründen, die das Austragen einer Schwangerschaft nicht erlauben würden, kann eine Sterilisation natürlich auch bei jüngeren Frauen durchgeführt werden.

Wie wird eine Sterilisation gemacht?

Bei der Sterilisation der Frau werden in Narkose beide Eileiter undurchlässig gemacht. So können Eizellen nicht mehr mit männlichen Samenzellen verschmelzen. Seit einigen Jahren wird der Eingriff vorwiegend mithilfe einer Laparoskopie (Bauchspiegelung) vorgenommen. Diese Methode hat den Vorteil, dass der Eingriff nur kurze Zeit dauert, winzige, kaum sichtbare Narben zurückbleiben und der Krankenhausaufenthalt nur wenige Tage beträgt. Beim Mann ist die Sterilisation relativ einfach. Die Unterbrechung der Samenleiter kann meistens in örtlicher Betäubung vorgenommen werden. Ein Krankenhausaufenthalt ist daher nicht oder nur für sehr kurze Zeit erforderlich. Auch nach der Sterilisation hat der Mann ein Ejakulat, das aus Prostata und Samenbläschen stammt, aber keine Samenfäden mehr enthält. Bis der Mann nach dem Eingriff wirklich unfruchtbar wird, vergehen allerdings 2 bis 3 Monate.

Ist die Sterilisation für die Frau gefährlich?

Nach Einführung der laparoskopischen Sterilisation, d.h. durch Bauchspiegelung, sank das frühere Risiko stark. Heute rechnet man mit einem Todesfall auf 5.000 bis 10.000 Eingriffe. Weniger ernste Komplikationen kommen auf etwa 200 bis 300 Eingriffe nur einmal vor.

Wie zuverlässig ist die Sterilisation der Frau?

Die Tubensterilisation hatte lange den Ruf, eine 100prozentige Methode zu sein, was nicht ganz zutreffend ist, da auch bei sterilisierten Frauen gelegentlich Schwangerschaften auftreten können. Bei der Tubensterilisation ist der Pearl-Index abhängig von der jeweiligen Operationsmethode und schwankt zwischen 0,07 und 0,36. Das bedeutet, dass unter 1.000 sterilisierten Frauen je nach Methode zwischen 1 und 4 innerhalb eines Jahres schwanger werden.

Hat die Sterilisation Nebenwirkungen?

Studien zeigen, dass viele Frauen nach einer Sterilisation diese als große psychische Belastung empfinden, und zwar nicht nur direkt nach dem Eingriff, sondern auch noch Jahre danach. Es ist bekannt, dass sterilisierte Frauen früher in die Wechseljahre kommen können als nicht sterilisierte. Häufig treten Blutungsprobleme auf, die manchmal sogar eine Entfernung der Gebärmutter notwendig machen.

Wer nimmt den Eingriff vor?

Für die Frau ist in jedem Fall die Frauenärztin/der Frauenarzt zuständig. Mit ihr/ihm sollte sie sprechen, wenn sie eine Sterilisation wünscht. In der Regel wird normalerweise auch ein Beratungsgespräch mit dem Partner vorgeschlagen und die Patientin dann an eine geeignete Klinik überwiesen. Beim Mann wird die Sterilisation von einem Urologen durchgeführt, der vorher ebenfalls ein ausführliches Beratungsgespräch vorschlagen wird.

Wie wird eine Sterilisation seelisch verarbeitet?

Eine gute seelische Verarbeitung hängt erfahrungsgemäß von folgenden Bedingungen ab:

  • Die Entscheidung sollte frei, das heißt ohne Druck durch Dritte und immer in Übereinstimmung mit dem Partner gefällt werden.
  • Der Wunsch nach Kindern sollte wirklich abgeschlossen sein und auch in einer evtl. neuen Partnerschaft nicht wieder aufkeimen können.

Allgemein hat sich gezeigt, dass eine Sterilisation auf jeden Fall besser verarbeitet wird, wenn Mann und Frau sich von einer Frauenärztin/einem Frauenarzt beraten lassen, zu der/dem sie Vertrauen haben und mit der/dem sie alle Fragen offen besprechen können.

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