Die Kupferspirale (Das Intrauterinpessar)

Kupferpartikel schützen vor Schwangerschaft

Vor etwa 100 Jahren wurde ein völlig neues Prinzip der Verhütung entwickelt: das Intrauterinpessar oder die Spirale aus Metall (Intrauterin heißt: „in der Gebärmutter“). Die heutigen modernen Formen sind aus elastischem Kunststoff und am Schaft mit feinstem Kupferdraht umwickelt. Daher kommt der Name „Kupferspirale“. Bei den meisten Kupferspiralen ist der Kupferdraht mit einem Silber- oder Goldkern versehen, damit ein Brechen des Drahtes verhindert wird.

 

Wie wirkt die Kupferspirale?

Schwangerschaftsverhütende Faktoren von Kupferspiralen sind: Einflüsse auf Gebärmutterschleimhaut und Eileiter sowie Samenfäden. Am besten wissenschaftlich untermauert ist die Theorie, wonach das Einnisten einer befruchteten Eizelle verhindert wird, weil sich die Gebärmutterschleimhaut im Aufbau und in der Funktion verändert. Auch eine Erhöhung der Eileiterbeweglichkeit mit schnellerem Eitransport könnte eine zeitgerechte Befruchtung verhindern. Zusätzlich dürfte ein Effekt des Kupfers die Herabsetzung der Beweglichkeit von Samenfäden sein. Dadurch kommt es möglicherweise gar nicht zu einem Aufsteigen der Samenfäden in der Gebärmutterhöhle. Die beschriebenen Vorgänge bilden sich nach dem Entfernen einer Kupferspirale rasch zurück, sodass sofort wieder eine Schwangerschaft eintreten kann.

Wie zuverlässig ist die Kupferspirale?

Die Zuverlässigkeit der Kupferspirale ist abhängig von der Oberflächengröße des Kupferdrahtes. Bei 100 Frauen, die sich für eine solche Spirale entscheiden, tritt innerhalb von einem Jahr etwa 1 Schwangerschaft auf.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Einige Frauen haben kurz nach dem Einlegen der Kupferspirale krampfartige Schmerzen, ähnlich wie bei der Menstruation. Der Grund dafür ist, dass sich die Muskulatur der Gebärmutter zusammenzieht und versucht, die als „Fremdkörper“ empfundene Kupferspirale auszustoßen – was nur selten vor kommt. Diese Beschwerden vergehen im Allgemeinen nach wenigen Stunden. Leichte Schmierblutungen, die nach dem Einlegen auftreten können, hören meistens nach wenigen Tagen wieder auf. Wenn nicht, sollte die Frauenärztin/der Frauenarzt informiert werden, damit eine Kontrolluntersuchung durchgeführt wird. Schwerwiegender sind Entzündungen im Bereich der Eileiter und Eierstöcke. Derartige Entzündungen werden bei Frauen, die eine Kupferspirale tragen, häufiger beobachtet. Bei Frauen ohne frühere Schwangerschaft ist die Häufigkeit noch höher. Das Auftreten solcher Entzündungen ist auch abhängig von der Anzahl der Sexualpartner. Durch Komplikationen dieser Art kann der spätere Eintritt einer Schwangerschaft erschwert oder sogar unmöglich werden. Die Monatsblutungen sind bei Frauen, die eine Kupferspirale tragen, meistens länger, stärker und schmerzhafter. Bei 10 Prozent aller Frauen muss die Kupferspirale wegen zu starker Menstruationen oder zu starker Schmerzen wieder entfernt werden. Das Risiko von Verletzungen der Gebärmutter beim Einsetzen der Kupferspirale ist gering. Sie kommt bei 1.000 Fällen nur einmal vor. Wird eine Frau trotz Kupferspirale schwanger, sind Eileiterschwangerschaften häufiger als sonst.

Wie und wo bekommt man die Kupferspirale?

Die Kupferspirale wird in der Ordination eingelegt. Alle Frauenärztinnen/ Frauenärzte haben die gebräuchlichsten Kupferspiralen vorrätig und können je nach Untersuchungsbefund die geeignete auswählen. Am günstigsten ist es, wenn die Kupferspirale während der Regel eingelegt wird, weil dann der Gebärmuttermund etwas geöffnet ist. Bei Frauen, die schon Kinder geboren haben, ist das Einlegen meistens sehr einfach. Nur selten kann es vorkommen, dass bei fest verschlossenem Gebärmuttermund eine Dehnung vorgenommen werden muss. Die Frauenärztin/Der Frauenarzt führt die Kupferspirale mithilfe eines Plastikröhrchens bis in die Gebärmutter hinein und zieht anschließend das leere Röhrchen wieder zurück. Die Rückholfäden der Kupferspirale werden so gekürzt, dass sie etwa 2 cm außerhalb des Muttermundes liegen.

Wird der Zyklus durch die Kupferspirale unregelmäßig?

Frauen, die vor dem Einlegen einer Spirale die Pille genommen haben, sind es gewohnt, dass ihr Zyklus wie ein „Uhrwerk“ läuft. Mit der Spirale pendelt sich aber ihr ganz persönlicher Zyklus wieder ein. Und der ist eben manchmal nicht ganz so regelmäßig. Wie schon erwähnt, kann dann die Monatsblutung häufig stärker als ohne Kupferspirale sein.

Muss man regelmäßig zur Frauenärztin/zum Frauenarzt gehen?

Nach dem Einlegen einer Kupferspirale sollte 4-12 Wochen später die erste Kontrolle mit Ultraschall erfolgen. Danach sollten gynäkologische Kontrolluntersuchungen mindestens einmal jährlich gemacht werden.

Was ist, wenn man trotz Kupferspirale schwanger wird?

Sollte eine Frau wider Erwarten schwanger werden und ihre Schwangerschaft austragen wollen, muss die Kupferspirale so schnell wie möglich entfernt werden. Dadurch vermeidet man die Gefahr einer Fehlgeburt. Falls sie wegen ihrer Lage in der Gebärmutter verbleiben sollte, ist die Schwangerschaft als Risikoschwangerschaft besonders intensiv zu überwachen, weil Fehlgeburten und Frühgeburten häufiger auftreten können als bei Schwangerschaften ohne Spirale.

Leidet die Empfängnisfähigkeit nach der Kupferspirale?

Im Normalfall ist die Empfängnisfähigkeit nach der Anwendung von Kupferspiralen nicht beeinträchtigt. Durch schwere Unterleibsentzündungen könnte die spätere Fruchtbarkeit vermindert sein. Aufgrund langjähriger Erfahrungen sind 60 Prozent der Frauen, die sich ein Kind wünschen, durchschnittlich 3 Monate und 86 Prozent 12 Monate nach Entfernung der Kupferspirale schwanger geworden.

Wann sind Kupferspiralen nicht zu empfehlen?

Bevor die Frauenärztin/der Frauenarzt einer Frau eine Kupferspirale einlegt, wird sie genauestens gynäkologisch untersucht. Es gibt eine Reihe von Kontraindikationen, die gegen das Einsetzen einer Kupferspirale sprechen:

  • bestehende oder vermutete Schwangerschaft;
  • bestehende oder rezidivierende (wiederholt auftretenden) Unterleibsinfektionen sowie entzündlichen Genitalerkrankungen;
  • Gebärmutterentzündung nach einer Entbindung oder einem Abort innerhalb der letzten drei Monate;
  • unbehandelter Zervizitis (Entzündung des Gebärmutterhalses);
  • Krebserkrankungen des Gebärmutterhalses oder der Gebärmutter;
  • unbehandelter Zervixdysplasie (Gewebeveränderungen des Gebärmutterhalses);
  • Gebärmutterblutungen ungeklärter Ursache;
  • anatomischen Veränderungen der Gebärmutter oder des Gebärmutterhalses (auch Fibrome) mit Lageveränderung der Gebärmutter;
  • Kupferallergie;
  • Wilson-Syndrom (Störung des körpereigenen Kupferhaushaltes);
  • Blutgerinnungsstörungen;
  • erhöhter Infektionsanfälligkeit.

Die Anwendung einer Kupferspirale bei jungen Frauen, die noch nie geboren haben, gilt heute nicht mehr als absolute Kontraindikation.

Wann muss die Kupferspirale von der Frauenärztin/vom Frauenarzt wieder entfernt werden?

Kupferspiralen werden je nach Modell etwa alle 3-5 Jahre gewechselt. Bei normalem Befund kann anschließend gleich wieder eine neue Kupferspirale eingesetzt werden. Manchmal gibt es Beschwerden, die nur aufhören, wenn die Kupferspirale wieder herausgenommen wird:

  • Sehr starke Blutungen, die auch nach mehr als drei Zyklen noch anhalten, zur Blutarmut führenkönnen und von der Anwenderin nicht gewünscht sind,
  • starke Schmerzen, die manchmal kurz nach dem Einsetzen der Kupferspirale auftreten und auch nach Einnahme eines Schmerzmittels nicht verschwinden,
  • bei einer Entzündung der Gebärmutter oder der Eileiter sollte die Kupferspirale sofort entfernt werden. Entzündungen können die Eileiter verschließen, was zur Unfruchtbarkeit führen würde,
  • bei Eintreten einer Schwangerschaft sollte die Kupferspirale entfernt werden, wenn dies möglich ist.

Kann der Partner die Kupferspirale beim Verkehr spüren?

Alle verwendeten Kupferspiralen haben an ihrem Ende einen oder zwei hauchdünne Kunststoff-Fäden, die nur 2 cm in die Scheide hineinragen und nur sehr selten vom Partner gespürt werden können. Spürt der Partner dennoch die Fäden, sind diese von der Frauenärztin/dem Frauenarzt weiter zu kürzen.

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