Chemische Verhütungsmethoden

Der Wunsch, durch Einbringen von verschiedenen Substanzen in die Scheide eine Empfängnis zu verhüten, ist uralt. Die älteste Beschreibung stammt aus der Zeit um 1900 vor Christus und findet sich in einem altägyptischen Papyrus. Die heute zur Anwendung in der Scheide gebräuchlichen chemischen Verhütungsmittel gibt es in Form von Tabletten, Schaumtabletten (Ovula), Zäpfchen und Creme.

Alle erhält man ohne Rezept in der Apotheke. Als alleinige Verhütungsmethode sind all diese Mittel unzuverlässig und deshalb denkbar ungeeignet.

Am besten zu benutzen sind sie nur als zusätzlicher Schutz zusammen mit Kondom, Diaphragma oder Portiokappe benutzen.

Aber Vorsicht: Nicht alle Mittel dürfen mit Kondomen zusammenkommen. Es gibt welche, die das Material angreifen und brüchig werden lassen. Man sollte sich unbedingt in der Apotheke informieren und die Gebrauchsinformation lesen!

Wie wirken chemische Verhütungsmittel?

Diese Mittel sind auf zweifache Weise wirksam: Zum einen soll ein zäher Schaum den Muttermund verschließen und zum anderen sollen chemisch aktive Substanzen die Samenfäden in kurzer Zeit abtöten.

Wie zuverlässig sind chemische Verhütungsmittel?

Gegenüber älteren chemischen Verhütungsmitteln wurde die Zuverlässigkeit dieser Präparate größer, als vor einigen Jahren eine neue hochwirksame Substanz zur Anwendung kam, das Nonoxynol. Da in der Zwischenzeit fast alle chemischen Verhütungsmittel diese Substanz oder einen ähnlich hochwirksamen Stoff enthalten, sind sie in die Gruppe mittlere Zuverläs-sigkeit einzustufen.

Wie verwendet man chemische Verhütungsmittel?

Die in Tabletten-, Ovula- oder Zäpfchenform vorhandenen chemischen Verhütungsmittel benötigen einige Minuten, um sich in der Scheide aufzulösen. Vorher sind sie unwirksam. Das heißt, dass Tabletten, Ovula und Zäpfchen mindestens 10 Minuten vor dem sexuellen Kontakt in die Scheide eingeführt werden müssen.

Die Verträglichkeit der chemischen Mittel ist relativ gut. Nur das manchmal auftretende Wärmegefühl in der Scheide oder am Penis kann als lästig empfunden werden. Bei sehr empfindlichen Frauen und häufiger Anwendung ist eine leichte und harmlose Reizung der Scheidenhaut möglich. Es gibt keinen Grund für die Annahme, es könnte zu Fehlgeburten oder Missbildungen kommen, falls eine Schwangerschaft eintritt.

Die Kombination chemischer Verhütungsmittel mit mechanischen Mitteln, wie z.B. Kondom oder Scheiden-Pessar, führt zu einer deutlichen Erhöhung der empfängnisverhütenden Zuverlässigkeit gegenüber der alleinigen Anwendung einer dieser Methoden. So ist die Versagerquote des Diaphragmas unter gleichzeitiger Anwendung einer spermienabtötenden Creme nur etwa halb so hoch wie bei alleiniger Anwendung des Diaphragmas.

Welchen Frauen sind chemische Verhütungsmittel zu empfehlen?

Diese Verhütungsmittel mittlerer Zuverlässigkeit können nicht empfohlen werden, wenn es um die höchstmögliche Sicherheit geht. Sie kommen eher in Betracht, wenn es z.B. darauf ankommt, die Schwangerschaften nicht zu rasch aufeinander folgen zu lassen.

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