Beim Hormonimplantat handelt es sich um ein 4 cm langes und 2 mm dickes Stäbchen, das auf der Innenseite des Oberarms unter die Haut eingelegt wird. Die Einlage des Implantates erfolgt unter lokaler Betäubung mittels einer kleinen Operation. Das Stäbchen enthält ein Hormondepot, aus dem ein dem Gelbkörperhormon ähnliches Gestagen in den Körper abgegeben wird.
Aus dem Hormondepot im Stäbchen gelangen für 3 Jahre bestimmte Mengen des Gestagens in den Körper und weiter ins Blut. Dadurch wird, ähnlich wie bei der Pille, der Eisprung gehemmt. Zusätzlich wird der Schleim im Gebärmutterhals verdickt und die Gebärmutterschleimhaut nur unvollständig aufgebaut.
Das Hormonimplantat hat eine sehr hohe Zuverlässigkeit; der Pearl-Index liegt etwa wie bei der Pille bei 0,1.
Es kann zu hormonbedingten Nebenwirkungen wie Akne, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme und Spannungsgefühl in der Brust kommen. Eine Narbenbildung ist möglich. Unregelmäßige Blutungen sind häufig.
Das Hormonimplantat wird von der Frauenärztin/dem Frauenarzt nach eingehender Untersuchung und Beratung eingelegt. Fast alle Ärztinnen/Ärzte haben das Hormonimplantat in ihrer Ordination vorrätig. Die Einlage erfolgt zwischen dem 1. bis 5. Tag der Monatsblutung.
Häufig beeinflusst das Hormonimplantat die Monatsblutung: sie kann sehr schwach bis schwächer als normal sein. Bei einem Drittel der Frauen verändert sich die Stärke der Blutung nicht. Die Blutung kann aber auch ganz ausbleiben (25 Prozent). Häufiger kommen unregelmäßige Blutungen vor.
Die Häufigkeit und Art der Folgeuntersuchungen sollten individuell vereinbart werden. Gynäkologische Kontrolluntersuchungen sind alle 6-12 Monate durchzuführen.
Es kommt extrem selten vor, dass trotz des Hormonimplantates eine Schwangerschaft auftritt. Tritt sie dennoch auf, muss das Hormonimplantat entfernt werden.
Sobald wieder ein Eisprung nach Entfernen des Hormonimplantates auftritt, besteht die Möglichkeit schwanger zu werden.
Auch beim Hormonimplantat gibt es einige Gründe, warum die Anwendung nicht erfolgen sollte:
Das Hormonimplantat ist 3 Jahre wirksam. Danach muss es gewechselt werden. Zur Entfernung des Implantates ist ein kleiner operativer Eingriff notwendig. Danach ist, sobald sich der natürliche Zyklus wieder eingestellt hat, eine Schwangerschaft möglich. Wie lange es dauert, bis der Eisprung wieder einsetzt, ist von Frau zu Frau unterschiedlich. In manchen Fällen kann es bei der Entfernung des Implantates Komplikationen geben, z.B. wenn sich um das Implantat eine Kapsel aus Bindegewebe gebildet hat oder wenn es sich an eine andere Stelle verlagert hat. Außerdem besteht das Risiko der Narbenbildung.
Die Dauer und Stärke der Monatsblutung geht mit der Zeit zurück. Eine durch die Blutung ausgelöste Blutarmut verschwindet. Regelbeschwerden gehen zurück. Bei 25 Prozent der Frauen bleibt die Monatsblutung ganz aus.